Trainingsschwerpunkte

Vorwort

Die Handballakademie Bayern konzentriert sich auf die individuelle Ausbildung der Spieler ab der B-Jugend, älterer Jahrgang.

Voraussetzung für die Aufnahme in den Auswahlkader sind die gute Ausprägung der individuellen Fertigkeiten und der gruppentechnisch-taktischen Fähigkeiten unserer Sichtungskriterien: Athletik, Spielfähigkeit, Technik, Physis, Persönlichkeit.

In der Handballakademie Bayern wird mit zunehmendem Alter auch die Positionsspezialisierung fortgesetzt. Es werden individuell Schwerpunkte für Kreisspieler, Außenspieler und Rückraumspieler (mit RM) gesetzt. 

Das Torwarttraining läuft beginnend mit dem Eintritt in die Handballakademie parallel mit eigenen Trainingsschwerpunkten. Ergänzend ist in die Handballakademie eine eigene Torwartschule integriert.

Neben der Verbesserung der individuellen Fähigkeiten achtet die Handballakademie Bayern auch auf die Umsetzung dieser in situationsgerechte Handlungen in die Spielpraxis und verbessert so auch kontinuierlich die Spielfähigkeit.

Selbstverständlich gehört zur individuellen Entwicklung auch die koordinative und konditionelle Weiterentwicklung des einzelnen Spielers.

Die Handballakademie Bayern sieht einen Schwerpunkt für ihre Arbeit im langfristig angelegten Athletiktraining. Dabei achten wir besonders auf die Entwicklung der Rumpf- und Ganzkörperstabilität. Zusätzlich zu gezielten Trainingsmaßnahmen geben die Athletiktrainer Hilfestellung und Hinweise zur Verbesserung der koordinativen und konditionellen Fertigkeiten (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit).

Neben der individuellen Entwicklung in Technik und Taktik und der individuellen Spielfähigkeit, gehört die Persönlichkeitsentwicklung zu den Aufgaben der Handball Akademie Bayern.

  • Die Spielfähigkeit entwickelt die Handballakademie Bayern gezielt weiter. Hierzu verwenden die Trainer insbesondere das kooperative Spiel in Kleingruppen und die DHB-Grundspiele (4:4 und 5:5).
  • Hierbei lernen die Spieler insbesondere die Ausnützung der Spielfeldbreite und –tiefe und so verbessern wir gezielt das Zusammenspiel einzelner Positionen.
  • Dabei lernen die Spieler:
    • Auslösehandlungen durchzuführen
    • Auslösehandlungen zu erkennen und Folgehandlungen
    • Richtiges Timing
    • Antizipative Handlungen
    • Handlungsschnelligkeit (Entscheidungsverhalten) zu steigern
    • Verantwortung (Führungsrolle) zu übernehmen

 

Schwerpunkt - Spielfähigkeit

  • Die taktischen Grundkenntnisse für den Angriff:

1.0. Individuelles Spielverhalten
1.1. Torgefährliche Grundbewegungen
1.2. Glaubhafte Täuschungen
1.3. Richtiges Timing (mit dem Ziel „auf die Nahtstellen der Abwehr“ zu stoßen als gezielte Auslösehandlung)
1.4. Wahrnehmung der Auslösehandlung und folgerichtige Handlungsentscheidung, z.B. Parallelstoß oder Kreuzen

2.0. Zusammenspiel
2.1. Ausnützen der Spielfeldbreite
2.2. Angriff auf die Nahtstellen
2.3. Durchbruchsräume schaffen
2.4. Gezieltes Weiterspielen nach der Auslösehandlung (mit dem Ziel einen Stellungsvorteil / eine effektive Abschlusssituation zu schaffen)

  •  Die taktischen Grundkenntnisse für die Abwehr:

1.0. Individuelles Spielverhalten
1.1. Richtige Abwehrstellung
1.2. Aktive, schnelle Beinarbeit
1.3. Antizipative Handlungsalternativen

2.0. Zusammenspiel
2.1. Ausrichten des gesamten Abwehrspiels zum Ball
2.2. Gezieltes Zusammenwirken von mehreren Spielern im Abwehrverband (Übernahme/Übergabe, Sichern...)
2.3. Fehler der Angreifer erzeugen, aktives Verteidigen (mit dem Ziel den Angriff in eine ungünstige Spielsituation zu zwingen (fehlerhaftes Abspiel, Wurffalle, technischer Fehler))

 

Schwerpunkt – Persönlichkeitsentwicklung (mit Sportpsychologie):

  • B-Jugend:
    • Kognitive Stärke entwickeln, Vermittlung von Konzentration und
    • Aufmerksamkeit
    • Fähigkeit zur Selbstorganisation
    • „Teamgeist“ entwickeln
  • A-Jugend:
    • Selbstregulation (z.B. mentale Stärke)
    • Willensqualitäten ( z.B. Zweikampfstärke)
    • Ausbildung zum Selbstvertrauen
    • Eigene Stärken und Schwächen erkennen
    • Mündigen Spieler entwickeln: Ich-Stärke und Einordnen in die Mannschaft

  • Sportpsychologie:
    • Vorstellungstraining
    • Entspannung und Aktivierung
    • Konzentration und Routinen
    • Motivation und Zielsetzung
    • Selbstbewusstsein/Umgang mit Angst
    • Team/Teambuilding


Schwerpunkt – Torwarttraining:

  • Entwicklungsstufe 1:
    Im Alter von E- und D-Jugendlichen sollten die Jugendtrainer gewährleisten, dass möglichst jeder Spieler Erfahrungen als Torwart sammeln kann. Keine frühzeitige Spezialisierung! Im Gegenteil: Der Jugendtrainer sollte sich bewusst Zeit lassen und beobachten, welcher Spieler Spaß am Torwartspiel findet bzw. welcher die besten Voraussetzungen mitbringt. In der Regel sind das Spieler, die selbst schwierige Bewegungsaufgaben sofort lösen, beim Handball- oder Fußballspiel zu den Besten gehören.

    Voraussetzung in diesem Alter:
    1. sportlich/motorisch vielseitig begabter Spieler
    2. gute koordinative Grundausbildung
    3. hervorragende Aktionsschnelligkeit
    4. mutig, d.h. keine Angst vor hart geworfenen Bällen

    So wird der Jugendtrainer frühestens im Alter von etwa 11-12 Jahren herausfinden, wer die Torwartposition fest übernimmt.

  • Entwicklungsstufe 2:
    Ab etwa 14 Jahren Beginn des systematischen Trainings:

    1. Der Schulung der Grundlagentechnik:
         - Stellungsspiel + Abwehr hoch, halbhoch, flach (Aufsetzer)
         - geworfener Bälle aus dem Rückraum
         - Stellungsspiel + Abwehr von Würfen von der Außenposition
         - Stellungsspiel + Abwehr von Würfen von der Kreisposition
         - Langpass (Gegenstoß)

    2. Weitere Förderung der konditionellen Anforderungen:
         - Rumpfkraft
         - Sprungkraft
         - Beweglichkeit / Gewandtheit
         - Grundlagenausdauer
         - Aktionsschnelligkeit
         - Reaktionsschnelligkeit

  • Entwicklungsstufe 3 (= HAB Jahrgänge):
    Erst wenn die Grundlagentechnik zufriedenstellend beherrscht wird, dann kann der Jugendtrainer die nächsten Technikziele anstreben:
         - Variationen der Grundabwehrtechniken und des Stellungsspiels
         - Heber-Abwehr
         - einbeinige Sprungabwehr
         - Gegenstoß-Abwehr
         - Freiwurf-Abwehr
         - Täuschungen

    Hinzu kommen dann auch taktische Grundlagen, wie die Abspracheregeln zwischen Torwart und Deckungsspielern ( Torwarteck und Abwehreck) und die Einflussnahme des Torwarts auf das Spiel:
         - Aufgabe des Steuern und Lenkens der Deckungsspieler
         - Einfluss auf den Spielrhythmus (Spiel schnell machen oder verzögern)

Trainingsschwerpunkte der HAB-Jahrgänge

Technik/Taktik:

B-Jugend (Jg 1 HAB):

  • Angriff:
    1. Individuelle Technik:
         - Angriffsgrundbewegungen auf bis zu 3 Positionen.
         - Laufwege-Stoßbewegung-Anlaufen der Nahtstellen.
         - 1:1, Durchbruch auf beide Seiten ( Haken ).
         - Torwurf - und Anspielvarianten.
         - Situationsgerechter Einsatz der Techniken.

    2. Gruppentaktik / Zusammenspiel:
         - Parallelstoß, Kreuzen, Doppelpass, Sperre, Sperre/Absetzen
         - Einlaufen, Ausgleichen.
         - Spiel mit verschiedenen taktischen Auslösehandlungen.
         - Grundspiele, 2:2, 3:3 mit Kreis..., besonders DHB-Grundspiele 4:4 , 5:5.

    3.Gegenstoß:
         - 1. Welle und 2.Welle, schneller Anwurf.
  • Abwehr:
    1. Individuelle Technik:
         - Regelbewegung im 3:2:1 - Abwehrverband + Hilfs- und Sicherungsaufgaben.
         - 1:1 - Abwehr: Stellung WH-Seite; + Bekämpfen mit Körper und Abdrängen).
         - offensiv , antizipatives Deckungsverhalten mit Zurücksinken bis 9m.
         - aktives Verteidigen individuell.

    2. Gruppentaktik / Zusammenspiel:
         - Übergeben / Übernehmen, Hilfs- und Sicherungsaufgaben, Versperren, Blocken.
         - Überzahl am Ballort !!

    3.Gegenstoß:
         - Schnelles Zurückziehen + Abwehr im Mittelfeld und in der Eröffnung.

 

A-Jugend (Jg 2+3 HAB):

  • Angriff:
    1. Individuelle Technik:
         - Angriffsgrundbewegungen auf bis zu 2 Positionen unter konditionellen und taktischen Zusatzbelastungen.
         - 1:1 , Durchbruch auf beide Seiten ( Haken ).
         - Torwurf- und Anspielvarianten.
         - Gezieltes Weiterspielen nach verschiedenen taktischen Auslösehandlungen.

    2. Gruppentaktik / Zusammenspiel:
         - Parallelstoß, Kreuzen, Doppelpass, Sperre, Sperre/Absetzen, Einlaufen, Ausgleichen.
         - Spiel mit verschiedenen taktischen Auslösehandlungen mit gezieltem Weiterspielen im
           Mannschaftsverbund.
         - Auslösehandlung mit gezieltem Weiterspielen + Entscheidungssituationen.
         - Verkürzung der Aufbauphase (Spieltempo variieren).

    3. Gegenstoß:
         - 1. Welle und 2.Welle, schneller Anwurf.
         - Weiterspielen aus 2. Welle und schneller Anwurf (mit und ohne Organisationsphase).

    4. Taktische Leitlinien:
         - Dynamisches Positionswechselspiel nach verschiedenen Auslösehandlungen.
         - Einführen einer Angriffskonzeption.
         - Spiel gegen offensive bzw. defensive Abwehrformationen.
         - Entscheidungssituationen und die Handlungsalternativen aufzeigen, richtig entscheiden auch bei
           höchstem Spieltempo.

  • Abwehr:
    1. Individuelle Technik:
         - Regelbewegungen im 3:2:1 und 6:0 – Abwehrverband + Hilfs- und Sicherungsaufgaben.
         - Defensives und offensives, antizipatives Abwehrspiel, insbesondere auf den Halbpositionen und Außen.
         - 1:1 – Abwehr: Stellung WH-Seite; (+ Bekämpfen mit Körper und Abdrängen).
         - Körpereinsatz.

    2. Gruppentaktik / Zusammenspiel:
         - Übergeben / Übernehmen, Hilfs- und Sicherungsaufgaben,
         - Versperren, Blocken.
         - Überzahl am Ballort !!
         - Absinken und Zurücksinken.

    3. Gegenstoß:
         - wie B-Jugend:
         - Schnelles Zurückziehen + Abwehr im Mittelfeld und in der Eröffnung.

    4. Taktische Leitlinien:
         - Lösungen gegen Formationswechsel im Angriff (z.B. bei Einläufen oder Übergängen).
         - Lösungen gegen spezielle Stärken des Angriffs ( z.B. Wurfstärkster Spieler, Spielmacher).
         - Lösungen gegen verschiedene Angriffsformationen bzw. Auslösehandlungen.
         - Aktives Abwehrspiel individuell und gemeinsam.

  • Positionsspezifische, individuelle Fähigkeiten:
    KR:
         - Ballannahme (ev. Einhändig) und Abdrehen zur WH und gegen die WH.
         - Raum für Anspiel freisperren.
         - Hinterlaufen, Sperren und Schirmen
         - Sperre-Absetzen.
         - Spielender und stehender Kreisläufer.
         - Abstimmung mit RM.

    AR/AL:
         - Eckenaußen und Linienaußen.
         - Laufwege bei offensiver und defensiver Deckung.
         - Verhalten in Abhängigkeit vom RR/RL.
         - Einlaufbewegungen mit Ball und gegen den Ball.

    Rückraum:
         - Kreuzen oder Parallelstoß.
         - Verlagern, Ausgleichen.
         - Durchbruch im Sprung.
         - Sprungwurf (auch verzögert) – nach 1,2,3 – Kontakten.
         - Kreisanspiel / Sperre-Absetzen.

    RM:
         - Wie Rückraum +Spielansage (Führungsaufgabe + Organisation).
         - Kreuzen mit Binden des Gegenspielers.
         - Torwurf nach 1-2 Kontakten und Wurfvarianten über die Lücke/Nahstelle.
         - 1:1 mit gezieltem Weiterspielen.
         - Variables Kreisanspiel (Sperre-Absetzen).

  • Aktives Verteidigen:
    Das Erlernen des „Aktiven Verteidigens“ ist in der Handballakademie ein Schwerpunkt im Abwehrtraining:

    1. Erkennen der eigenen Möglichkeiten (individuelle Techniken).
    2. Als Abwehrspieler aktiv sein.
    3. Erkennen günstiger Momente für aktive Abwehraktionen.
    4. Abwehrinitiative in großen Räumen übernehmen.
    5. Als Abwehrspieler intelligent agieren.

Athletik:

Grundlagenausdauer – spezielle Ausdauer Handball – positionsspezifische Ausdauer.

DHB-Stützpunkttrainingsprogramm mit 6-Wochenrhythmus:

Blöcke:
     1. funktionelle Athletik
     2. Grundkrafttraining
     3. Schnellkrafttraining
     4. Crosstraining (Mischung aus 1.-3.)

Langhanteltraining

Laufschule

Sprungschule

 

 

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